Damit Ostern werde! Ich will versuchen, das Osterfest mit der "Theorie des kommunikativen Handelns" des jüngst verstorbenen Philosophen und Sozialethikers Jürgen Habermas (+96) sinnvoll zu verbinden und zu begründen. Habermas, der sich selbst als "nicht fromm" bezeichnet hat, stand doch mit Joseph Ratzinger in ständigem Austausch über die Frage des Zusammen-hangs von "Glauben und Wissen", auch als Ratzinger bereits den Titel Papst Benedikt XVI. trug. Habermas sagt, Wahrheit und faire Regeln entstehen nicht durch Macht, sondern durch vernünftige Gespräche, in denen das bessere Argument zählt. Er nennt das auch die kommunikative Vernunft. Was als Wahrheit angesehen werden kann, ist also Ergebnis eines Konsenses (Konsenstheorie der Wahrheit). Was also wahr ist, kann nicht objektiv festgestellt werden, weil der Mensch ein Subjekt ist und somit ständig dem Wandel und der Veränderung unterworfen. Als solcher versucht der Mensch sich aber immer über sein Dasein zu vergewissern (subjektkonzentrierte Vernunft) und daraus ein objektivierbares Regelwerk des Zusammenlebens (Gesellschaft, Staat, Kirche) zu ent-wickeln. Diese auch als "postmodern" bezeichnete Sichtweise erachte ich als sinnvoll, nimmt sie doch Abschied von der Erkennbarkeit objektiver und absolut erkennbarer Wahrheiten. Lässt sich aus dem christlichen Glauben und dem Osterfest im Speziellen ein begründeter Gültigkeitsanspruch ableiten? Oder geht es nur um eine fromme Geschichte und ein paar staatlich verordnete Feiertage? Auf der Grundlage der "Theorie des kommunikativen Han-delns" von Habermas
würde als vernünftiges Argument allein schon die Tatsache zählen, dass das Osterfest gefeiert wird, und das seit gut 2000 Jahren. Dass es zum "innewohnen-den Prinzip" des Christentums gehört. Und noch wichtiger: auch wenn sich "Ostern" nicht vernünftig begründen lässt, so beinhaltet dieses Fest doch die tiefe Auseinandersetzung menschlicher Existenz über die Fragen von Leben und Tod. Also die Urfragen der Menschheit (Selbstvergewisserung der Moderne). Hinzu kommt, dass die Erfahrung des Menschen mit Leid, Tod und der Suche nach vollem Leben weit über das hinausgeht, was wir objektives Wissen nennen. "Wissen und Glauben" sind deswegen die beiden großen Begriffe sowohl bei Habermas als auch Benedikt XVI. Will sagen: Es ist sehr klug zu glauben. Für ein gelingendes Menschwerden. Damit Ostern werde!
Ein gesegnetes Osterfest wünscht Ihnen im Namen des Pastoralteams Ihr Michael Langkamp, Pastor
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